Feuer 3
Einsatzart Feuer 3
Kurzbericht Großbrand in Industriebetrieb
Einsatzort In der Lake
Alarmierung Alarmierung per DME
am Sonntag, 17.03.2019, um 18:36 Uhr
Einsatzdauer 13 Std. 24 Min.
Mannschaftsstärke 250
eingesetzte Kräfte
Einsatzbericht

Meldung: Auslösung Brandmeldeanlage (BMA) - Feuer 2 - auf Anfahrt der Hinweis, dass ein Zeuge Rauchwolke über Gebäude sieht - Anfahrt auf Sicht möglich

Lage bei Eintreffen: Aus dem Elokalwerk eines Industriebetriebes in der Straße "In der Lake" stieg bereits Rauch aus dem Dach auf. Es wurde ein Zugang erkundet.

Maßnahmen: Es wurde ein weiterer Löschzug mit Drehleiter (DLK) nachgefordert sowie eine Erhöhung des Alarmstichworts auf "Feuer 3". Während der Erkundung wurde die Einsatzleitung an den Wehrführer übergeben. Das BHH 1 HLF10 bezog Stellung auf dem Hof vor dem Werk. Es wurde ein dreifacher Löschangriff vorbereitet, sowie ein Angriffstrupp unter Atemschutz zur Erkundung in das Innere des Gebäudes vorgeschickt. Der Angriffstrupp kam beim Erkundungsversuch bis in die Nähe des Brandherdes, musste sich aufgrund der dynamischen Entwicklung der zu diesem Zeitpunkt noch nicht stehenden unerschöpflichen Wasserversorgung und dem Hinweis auf eine mögliche Wasser-Unverträglichkeit der in der Halle lagernden Substanzen jedoch zurückziehen (Hitzeentwicklung: 500 Grad, abtropfende Deckenteile und Null-Sicht).
Im weiteren Verlauf vom Einsatz steht der Brandabschnitt Halle 3 im Vollbrand.
Es wird eine massive Brandbekämpfung mit zwei Drehleitern und einem Teleskopmastfahrzeug über Wenderohre durchgeführt, um die noch nicht betroffenen Brandabschnitte zu halten. Ebenfalls wird eine massive Brandbekämpfung im Außen- und Innenangriff mittels B- + C-Rohren durchgeführt.
Eine leistungsfähige Wasserversorgung aus dem Hydranten-Netz und dem Löschteich der betroffenen Firma wird aufgebaut
Es werden drei Einsatzabschnitte (EA) gebildet:

  • EA Bahnhofstraße - Auftrag Brandbekämpfung in Brandabschnitt "Halle 3" über Drehleiter Dissen und Teleskopmast Steinhagen mit den FW Halle und Steinhagen.
  • EA Südstraße - Auftrag Abschirmung der "Hallen 1/2/4" im Innenangriff und Wenderohr über Drehleiter Halle (Abschirmung Dachbereich). Die Wasserversorgung wird dem EA Südstraße unterstellt.
  • EA Bereitstellungsraum

Im weiteren Verlauf der Löschmaßnahmen mittels Wasser musste die Löschtaktik auf Schwerschaum umgestellt werden, da die Eloxal-Becken in der Halle überzulaufen drohten. Über die Leitstelle des Kreises Gütersloh wurde zusätzliches Schaummittel zur Einsatzstelle angefordert, welches durch verschieden Feuerwehren zur Verfügung gestellt werden konnte.
Der im ersten Einsatzgeschehen mit alarmierte Kreis-Rettungsdienst wurde später durch einen RTW und einen KTW vom DRK Halle abgelöst, damit dieser wieder für den Regelrettungsdienst zur Verfügung stehen konnte.
Die Bahnhofstraße wurde durch die Polizei für den Verkehr komplett gesperrt.
Der Messzug der ABC-Einheit hat im Einsatzverlauf eine "Ausbreitungskeule" (Darstellung der Ausbreitung der Rauchsäule unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse) erstellt und in den betroffenen Bereichen Luftmessungen durchgeführt.
Vorsorglich ist über die Medien und Warn-Apps eine Warnung der Bevölkerung ausgegeben worden.
Die Pressesprecher des Kreises Gütersloh haben die Presse- und Medienarbeit übernommen.
Mittels Drohen der Iuk-Einheit und der ABC-Einheit des Kreises Gütersloh wurden mehrfach Erkundungsflüge über der Einsatzstelle durchgeführt.
Gegen 22:45 Uhr konnte nach massivem Schaumeinsatz "Feuer unter Kontrolle" gemeldet werden.
Durch den Abwasserbetrieb der Stadt Borgholzhausen wurde die Kanalisation an der Einsatzstelle auf Eintrag von kontaminiertem Löschwasser überprüft. Es wurden keine Feststellungen gemacht.
Die Untere Wasserbehörde des Kreises Gütersloh und die Bezirksregierung Detmold waren vor Ort. Ferner war das LANUV ebenfalls vor Ort.
Es konnte festgestellt werden, dass alle Chemikalien und das Löschwasser in dem Keller unter der vom Brand betroffenen Halle komplett aufgefangen werden konnten.
Die Luftmessungen der ABC-Einheit haben auch keine Gefährdungen für die Bevölkerung ergeben. Das LANUV hat auf drei Spielplätzen in der Ausbreitungskeule Wischproben auf Flächen durchgeführt, die sich auch später als unterhalb der Grenzwerte herausstellten.
Ab 01:15 Uhr konnte "Feuer aus" an die Leitstelle gemeldet werden und die ersten Einheiten konnten die Einsatzstelle verlassen.
Gegen 03:30 Uhr verließen auch die Einsatzkräfte der FW Borgholzhausen bis auf eine Brandwache die Einsatzstelle.
Während des Einsatzes wurde der Grundschutz in Borgholzhausen durch den Löschzug Langenheide der Feuerwehr Werther (Westf.) sichergestellt.

Einsatzstelle übergeben an: Um 07:13 Uhr an Verantwortlichen der Firma.

 

Presseberichte zum Einsatz:

Einsatzfotos
Einsatzort